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Wer wir sind

Das Netzwerk Evaluation entwicklungsbezogener Inlandarbeit wurde 2005 von Inwent (Internationale Weiterbildung gGmbH) in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Pädagogik I der Friedrich-Alexander- Universität Erlangen-Nürnberg gegründet.
Ziel des Netzwerkes ist es, durch den regelmäßigen Dialog der Akteure im Feld einen Beitrag zur Professionalisierung von Evaluatorinnen und Evaluatoren in der entwicklungsbezogenen Inlandsarbeit zu leisten und damit der Qualitätsverbesserung von Evaluationen in diesem Arbeitsbereich zu dienen. Außerdem wird an der Fragestellung gearbeitet, wie Evaluationen für wissenschaftliche Forschung fruchtbar gemacht werden können, um eine engere Verzahnung von Theorie und Praxis zu erreichen und das empirische Wissen über das noch schwach beforschte Praxisfeld auszuweiten.


Was wir bieten

Professionalisierung von Evaluatorinnen und Evaluatoren der entwicklungsbezogenen Inlandsarbeit

Im Rahmen jährlich stattfindender Netzwerktreffen wird
• über Methodologie und Reichweite sowohl qualitativer als auch quantitativer Evaluation als möglichem Instrument in der entwicklungsbezogenen Bildungsarbeit diskutiert,
• an einer Verständigung auf gemeinsame Arbeitsstandards in einem sich entwickelnden Arbeitsfeld gearbeitet sowie
• gemeinsam effiziente Evaluationskonzepte entwickelt, die sich den Anforderungen der Evaluation von Bildungsprozessen stellen.

Beratung bei der Planung von Evaluationsvorhaben

Das Netzwerk bietet die Möglichkeit an, sich bei der Planung und Durchführung eigener Evaluationsvorhaben beraten zu lassen.

Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Evaluatorinnen und Evaluatoren

Das Netzwerk hilft, externe Evaluatorinnen und Evaluatoren zu finden, die die nötige Expertise haben, um Ihr Projekt oder Ihre Maßnahme professionell zu evaluieren.


Unser Arbeitsfeld

Das Netzwerk der Evaluation evaluationsbezogener Inlandsarbeit konzentriert sich auf die Evaluation entwicklungsbezogener Bildungsarbeit in Geberländern. Entwicklungsbezogene Bildungsarbeit nimmt die globalen Herausforderungen und Probleme, denen sich die Menschheit am Beginn des 21. Jahrhunderts gegenüber sieht, zum Ausgangspunkt, um damit Bildungsprozesse zu initiieren. Durch die Darstellung von entwicklungsbezogenen bzw. entwicklungspolitischen Zusammenhängen sollen Menschen zum einen dazu zu befähigt werden, sich in der Weltgesellschaft zu orientieren, zum anderen sollen sie angeregt werden, die sich globalisierende Welt sozial gerecht zu gestalten. Globale Umweltprobleme, weltweite soziale Disparitäten, das Zusammenleben in einer multikulturellen und pluralistischen Weltgesellschaft und die Transformationsprozesse im Gefolge der wirtschaftlichen und kulturellen Globalisierung werden als Anlass für notwendige Lernprozesse angesehen.


Entstehungskontext des Netzwerkes

Seit einigen Jahren ist in der entwicklungsbezogenen Bildungsarbeit eine intensive Qualitätsdebatte zu beobachten, in die sich die Gründung des Netzwerkes einordnen lässt: Zu dieser Debatte zählen unter anderem

  • die vom BMZ im Auftrag gegebene Erarbeitung von Terms of References für die Entwicklungspolitische Bildungsarbeit, um einen möglichen Referenzrahmen für Evaluationen zu erarbeiten (vgl. Scheunpflug 1997); für diese Aufgabe wurde explizit auf Erfahrungen aus der Evaluierung von Projekten der Bildungszusammenarbeit der Deutschen Stiftung für Entwicklung (DSE; heute Inwent) (Böhm 1996) und der entwicklungspolitischen Bildung in Kanada (Lambert/Prieur 1994) zurückgegriffen;
  • verschiedene Ende der 1990er Jahren durchgeführte Großevaluationen Globalen Lernens durch KommEnt, einer österreichischen Nichtregierungsorganisation (so die Evaluierung des Promotorenprogramms in Nordrhein-Westfalen und der Arbeit des Nord-Süd-Zentrums in Lissabon), die internationale Aufmerksamkeit erregten und durch ihre reflektierte Methodologie Standardsetzungen für Evaluationen in diesem Arbeitsfeld bedeuteten (vgl. u.a. Hartmeyer/Leber 2003);
  • die Ausarbeitung spezifischer Evaluationskonzepte in einer eigens hierfür eingerichteten Arbeitsgruppe mit dem Ziel, Evaluationsinstrumente für Engagierte des Globalen Lernens in Zusammenarbeit mit (vorwiegend in Nichtregierungsorganisationen angesiedelten) Basisgruppen zu erarbeiten (vgl. Scheunpflug/Bergmüller/Schröck 2003);
  • die Diskussion von Evaluationsansätzen in diesem Arbeitsbereich in internationalem Rahmen, so beispielsweise im Zuge des Prozesses von GENE (Global Education Network in Europe) oder OECD in verschiedenen internationalen Konferenzen (vgl. Asbrand/Lang-Wojtasik 2004; O'Loughlin/Wegimont 2004, Scheunpflug/McDonnell 2008);
  • sowie die Weiterentwicklung von bestehenden Evaluationsansätzen durch Metaevaluationen wie beispielsweise die vom BMZ in Auftrag gegebene Metaevaluation von Evaluationsmodellen der Evaluation Globalen Lernens in verschiedenen europäischen Ländern (vgl. Hartmeyer/Leber 2003).

Trotz dieser Bemühungen um eine ständige Weiterentwicklung der Evaluationspraxis in der Inlandsarbeit liegen in diesem Arbeitsfeld immer noch zu wenig systematisierte Erfahrungen vor und es fehlt vor allem die Möglichkeit einer spezifischen, auf diesen Evaluationsschwerpunkt ausgerichteten systematischen Qualifizierungsmöglichkeit für Evaluatorinnen und Evaluatoren. Diese Lücke soll mit dem Netzwerk geschlossen werden.